„Keine Atempausen“
(breath marks)


einfarbiger Siebdruck
50 × 50 cm
ed. 10, 2024
























1. Teil
ca. 20 × 50 cm
2022



2. Teil 
ca. 20 × 50 cm
2022



3. Teil
ca. 20 × 60 cm
2022





























„Keine Atempausen“
(breath marks)

II

zweifarbiger Siebdruck
50 × 50 cm
ed. 4, 2024



















Montag, 11. März 2024



Eine ganze Weile schon schaue ich mir im ︎︎︎Supalife Kiosk die Skizzen und Zeichnungen von Leuten an und spreche mit ihnen darüber, wie sich diese Arbeiten in Siebdrucke übersetzen lassen. Dieses Jahr, sagte ich mir, ist die Zeit gekommen, mich selbst dieser Herausforderung zu stellen und so suchte ich in meinen grafischen Blättern nach passendem Material.

Durch die zahlreichen Siebdrucke verschiedenster Künstler, die mich im Laden umgeben,
und weil ich viele ihrer zugrundeliegenden Originalentwürfe sehen konnte, weiß ich,
dass die Entscheidung, einen bereits gezeichneten Entwurf zu siebdrucken, auch eine Gelegenheit sein kann, diesen weiter zu entwickeln. Ich entschied mich schließlich nicht nur für eine Zeichnung, sondern für drei schmale Einzelblätter, die ich vor ein paar Jahren mit der Feder zeichnete, und brachte sie am Computer zusammen.

Bei dieser „Probe“ entschied ich mich für einen größeren Raum, einen quadratischen, auf der die einst untereinander arrangierten Teile, nun auf Augenhöhe gebracht, eine überraschend harmonische Verbindung eingingen. Durch die Konzentration auf ein Stück, anstelle von dreien, entstand eine gänzlich andere Komposition. Die Bewegungen vermischten sich nun nach allen Seiten, die Elemente riefen herüber und wieder zurück – alle wollten Gehör finden! und da wurde mir bewusst, dass ich meine anfängliche Vorstellung von Weiterentwicklung übertroffen hatte.

Sehr zufrieden mit dieser neuen Arbeit ließ ich in einem Copyshop daraus eine Vorlage zum Belichten erstellen und suchte meine Kollegin Susann Pönisch in Weißensee auf. Sie führte mich durch die einzelnen Schritte; angefangen beim Belichten des Siebes, über das Auswaschen von Restformen, dem Einrichten des Drucktisches, dem Auftragen der Farbe, ja, sogar dem angemessenen Winkel beim Festhalten des Rakels ... da gehen einem Grafiker verdammt viele Lämpchen an, wenn man in der Werkstatt der Drucker hantiert.

Und wie immer hat die Vorstellung so gar nichts mit dem Ergebnis zu tun, aber daran gewöhnt man sich mit der Zeit, das hält einen wach. In meinem Falle entstanden zehn einfarbige Siedrucke auf weißem Papier, die ich nach dem Drucken ein paar Tage lang still beobachtete und auf jeden Gedanken achtete, der mir währenddessen kam. Schließlich nummerierte ich die Blätter von 1 bis 10 und signierte sie. Und mit meiner Handschrift drückte ich den Blättern noch ein letztes mal meine persönliche Note auf und dann, dachte ich, sei ich fertig. Im Laden rahmte ich eines und was soll ich sagen, das Schauen begann wieder von vorn.














vom 15. April — 15. Mai

ist der Siebdruck im Schaufenster
von Christian Reister zu sehen:
Torstraße 61, 10119 Berlin























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