Santiago Díaz Menéndez
„Dos niños del reino de Wang“

9 Kurzgeschichten
gesetzt in Spanisch & Deutsch




















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Cover & Vorsatz

13 × 23 cm, 179 Seiten









Satzspiegel

Linke Spalte: Deutsch, 31 Zeilen, Blocksatz
Schrift: Alena Regular
Schriftgröße: 8,5 Pt / 14,1 Zeilenabstand
Laufweite: 0

Rechte Spalte: Spanisch, 27 Zeilen, Flattersatz
Schrift: Adobe Garamond
Schriftgröße: 11,4 Pt / 16,3 Zeilenabstand
Laufweite: 5




















© Text
„Dos niños del reino de Wang“
SANTIAGO DÍAZ MENÉNDEZ


Unter Verwendung einer Collage von
JUAN MIGUEL POZO
︎︎︎ Instagram


produziert von
CHRISTIAN BÄUCKER
︎︎︎ 5r Filmproduktion


aus dem Spanischen übersetzt von
AMAYA GALLEGOS EYTEL


gedruckt und gebunden bei
SOLID EARTH
︎︎︎ Website


gefördert durch das
FELLOWSHIP PROGRAMM
„Weltoffenes Berlin“


BERLIN
M M X X I I I






Juan Miguel Pozo
„Dos niños del reino de Wang“

Collage und Acryl auf Papier
ca. 20 × 31 cm, 2023








*  *  *







M A K I N G     O F


Christian Bäucker (︎︎︎5r Filmproduktionmit dem ich bereits beim Dokumentarfilm ︎︎︎Heimatkunde zusammengearbeitet hatte, fragte mich, gegen Ende 2022, ob ich mir vorstellen könnte, ein Buch zu gestalten, während er als Produzent fungieren würde. Das Buch würde neun Kurzgeschichten des Exil-Kubaners Santiago Díaz Menéndez enthalten und solle im Eigenverlag, zweisprachig, in Spanisch und Deutsch erscheinen. Ich sagte zu, da ich davon ausgegangen bin, längst ein erfahrener Typograf zu sein, doch ein halbes Jahr Arbeit an diesem Projekt lehrten mich, dass das Studium im Prinzip nie zu Ende geht und ich mit diesem Projekt in Wahrheit an so etwas wie meiner Diplomarbeit saß.

Als ich mit der Planung anfing, hatte ich das Gefühl, meine ganzen Bücher zum Thema Typografie und Buchkunst zum ersten mal überhaupt richtig! zu lesen und tauchte in sie ein, auf der Suche nach Lösungen für ganz individuelle Probleme, vor denen ich vorher noch nie stand. Das parallele Verlaufen von Spanisch und Deutsch, zum Beispiel, war die größte Herausforderung für mich. Dafür war die Übersetzung von Amaya Gallegos Eytel von größter Wichtigkeit und schärfte mein Bewusstsein für diese wertvolle Kunst im Umgang mit der Sprache.

Nach zahlreichen Entwürfen und Diskussionen mit Kollegen entschied ich mich, Spanisch als die vordergründige Sprache zu behandeln. Das führte dazu, dass Spanisch auf der Doppelseite rechts und Deutsch links verläuft
(ich habe mir sagen lassen, dass bei bilingualen Publikationen, die rechte Seite als die wichtigere wahrgenommen wird). Bei der Gestaltung der Spanischen Kolumne habe ich mich von den Büchern des Aldus Manutius inspieren lassen und mich für die Garamond im Flattersatz entschieden, die sich seit Jahrhunderten als vorzügliche Buchschrift erwiesen hatte.
Überhaupt wollte ich das Spanische „reicher“ gestalten. Den Beginn einer Kurzgeschichte markiert hier immer ein blaues Initial gefolgt von ein paar Worten, die in Kapitälchen gesetzt sind (noch so eine Reminiszenz an die italienischen Bücher). Im Deutschen erfolgt keine Auszeichnung am Satzanfang.
Die Deutsche Kolumne, im Blocksatz gesetzt, ist „kühler“ gestaltet, komplett in blaue Farbe getaucht
(in Anlehnung an Santiagos mehrfache Erwähnung der Griechen). Das Schriftbild ist sachlicher und zurückhaltender, wozu die serifenlose Schrift Alena beiträgt, gestaltet vom Schweizer Roland Stieger und basierend auf Holzschnitten von Jost Hochuli. Die Buchstabenproportionen der Garamond, sowie der Alena, basieren auf denen der Römischen Capitalis, sie teilen sich also den selben Geist, wenn man so will, und harmonieren daher als Paar sehr gut (das ist jedenfalls mein Eindruck).

Von Anfang an waren zwei Illustratoren vorgesehen, die Kurzgeschichten visuell zu begleiten, doch wurde unterwegs gemeinschaftlich beschlossen, dass die sehr unterschiedlichen Stile der Künstler, dem Buch einen zu unruhigen Charakter verleihen würden und schließlich darauf verzichtet.
Ein dritter Künstler – Juan Miguel Pozo – war ausschließlich für das Cover vorgesehen und schuf eine Arbeit, die sich auf die titelgebende Geschichte bezog, und die ich in blaugefärbten Ausschnitten für den Schutzumschlag, das Cover und den Einband verwendete.

Was für ein aufregendes und anspruchsvolles Projekt. Ich bin sehr froh, dass wir zu einem schönen Ende gefunden haben, wozu maßgeblich die Prenzlberger Druckerei ︎︎︎Solid Earth beigetragen hat – vielen Dank für den persönlichen Einsatz und die hervorragende Beratung.





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